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23.02.2021, 21:55

Die Reise in den letzten Hafen...

MICHAEL KEMPF 10.11.1960 - 19.02.2021


Wir trauern um unseren geliebten Vater, Ehemann, Skipper und vor allem um einen guten Freund, der uns leider viel zu früh verlassen hat.

Zur Zeit werden die Möglichkeiten einer Bestattung und Trauerfeier sondiert. Sobald die Termine und Orte für eine etwaige Beerdigung und Trauerfeier feststehen, werden diese umgehend an dieser Stelle bekannt gegeben.

Für Kondolenz und Anteilnahme können Sie sich gerne an seine Frau und Kinder richten:


Ehefrau Barbara Kempf
Hofgasse 2
64354 Reinheim-Ueberau
barbara.metz@online.de
0151 58804153


Sohn Nico Kempf
Hintere Straße 2a
64579 Gernsheim
nkempf10@gmail.com
0176 61883987


Sohn Gregor Kempf
Lohndorfstraße 4
64342 Seeheim-Jugenheim
0171 5797924

Redakteur

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09.11.2020, 11:37

Der Skipper wird 60...

Nicht einen einzigen Tag war ich dieses Jahr segeln. Wie lange ist das her, dass ich ein ganzes Jahr nicht einen Fuß auf ein Segelboot gesetzt habe? Ich glaube es war 1998. Seit dieser Zeit war ich jedes Jahr, manchmal sogar 20 Wochen pro Jahr auf dem Schiff. Vermisse ich das? Eindeutig JA.
Ich kämpfe zur Zeit immer noch mit den Querelen meiner Knie-OP. Eigentlich mit der Zweiten – wegen der Patellafraktur. Die verfolgt mich nun schon seit Mitte August. Ich kann immer noch nicht richtig sicher ohne Krücken laufen und darf auch noch nicht beugen. „Sehr, sehr vorsichtig soll ich mit dem Knie umgehen.“ Sagt mein griechischer Chirurg, Dr. Poulidis. Ja, der hat mindestens genauso viel Schiss wie ich, dass da wieder was kaputt geht. Also bewege ich mich vorsichtig durch die Gegend. Nochmal operieren kommt nicht in Frage. Das muss so gehen.
Seit 2. November nun wieder Mini Lockdown. Keine Kneipe, kein Restaurant offen. Jetzt, wo ich zumindest mal zur Doris rüber wackeln könnte. Die Arme muss Ihren Laden auch zulassen. Ein beschissenes Jahr für Gastronomen und für Veranstalter und Künstler. Hätte mir einer dieses Szenario vor 1 Jahr so prophezeit, ich hätte ihn gefragt, ob er sie nicht mehr alle hat. Und jetzt? Corona hat die Welt im Griff. So wie ich das sehe, wird das auch im nächsten Jahr nicht besser. Auch für mich eine schwierige Zeit. Ich kann nicht planen. Keine Törns, keine Aktivitäten, nichts. Ich bin völlig blockiert in meinem Handeln.
Dazu kommt noch, dass mein Bekannter, Michael Wnuk, wieder an Leukemie erkrankt ist. Diesmal hat er es leider nicht mehr geschafft. R.I. P mein Lieber. Du warst eines meiner Vorbilder. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, Nathalie und den beiden Töchtern.
Na wenigstens zu Hause klappt einiges. Der Umbau hat sich jetzt über ein Jahr hingezogen, aber jetzt ist alles fertig. Flur und Treppe neu gefliest, Parkettboden geschliffen und geölt, alle Wände gestrichen und ne neue Küche. Die ist übrigens ein Träumchen und es macht richtig Spaß darin zu kochen und sich darin aufzuhalten.
So, jetzt kommt einer eher ruhige Zeit. Ich werde die Adventstage mit meiner Süßen genießen. Besuch dürfen wir ja erst mal nicht empfangen und so machen wir das Beste aus der Situation und feiern meinen 60. Geburtstag eben alleine. Na vielleicht kommt ja doch der eine oder andere mal kurz vorbei. Wir werden sehen.

Redakteur

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04.09.2020, 12:45

MEISTENS KOMMT ES ANDERS

UND ANDERS ALS MAN DENKT… Nix mehr segeln dieses Jahr. Die Knie-OP hatte ich ja gut überstanden und es ging von der Bewegung her nur in eine Richtung – aufwärts. Gestern vor 2 Wochen lauf ich abends zu Hause die Treppe runter, letzte Stufe, es kracht im Knie, kurzer stechender Schmerz und völlige Instabilität. Aua…
Nächsten Morgen in die Klinik zum Nachsehen. Die machen ein Röntgenbild und schau mal einer an: Die Kniescheibe in 3 Teile zerbrochen. Keiner der Ärzte hat eine Erklärung, wie sowas passiert. Ich auch nicht. Okay, soweit so gut. Die wollen mich gleich operieren und ich werde zur OP vorbereitet. Dann wird nachmittags entschieden doch nicht zu operieren, wir brauchen ein neues Ersatzteil und das ist nicht vorrätig. Also bestellen und warten bis Dienstag. OP läuft gut, aber dann kommt das Arztgespräch. The worst case: Knie mindestens 6 Wochen nicht belasten, Knieschiene, um das Beugen zu verhindern, danach langsam wieder belasten lernen und dann wieder 3 Wochen Reha. Kacke verdammte alte… Was hab ich denn bloß ausgefressen?
Damit sind alle Törns für dieses Jahr passé. Das ist das schlimmste Jahr seit ich denken kann. Erst diese Corona-Kacke und jetzt das. Ich bin so unsagbar traurig, nicht nur dass ich nicht aufs Schiff kann, sondern auch, dass mich die Situation mit den ausgefallenen Törns jede Menge Geld kostet. So war das nicht geplant. Ich könnte kotzen, wenn ich daran denke.
Am Boot müsste was gemacht werden und ich kann nicht weg hier. Quasi noch 1 Woche ans Bett gefesselt und danach geht auch nix.
Meine Süße kümmert sich zwar sehr gut um mich, aber dieses traurige Gefühl, nicht handeln zu können macht mich krank.

Redakteur

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25.07.2020, 10:50

noch 6 Wochen

Noch 6 Wochen. Dann bin ich wieder auf dem Schiff. Eigentlich könnt ich mich freuen, aber irgendwie auch nicht. Es macht schon einen Unterschied, ob man sein Schiff für eine ganze Saison oder nur für 6 Wochen segelfertig macht. D. h. wenn in 6 Wochen die Segel drauf sind, kommen sie 6 Wochen später wieder runter und die BEFANA muss wieder in den Winterschlaf. Irgendwie ein komisches Gefühl.
Doch ich werde die 6 Wochen auf meinem Schiff genießen. Die griechische Kultur und die Leute dort. Gott sei Dank gehört Griechenland nicht zu den Corona-Hotspots. So können wir ganz beruhigt dort hinfahren. Es wird zwar in den Geschäften eine Maskenpflicht geben, aber wir haben uns ja hier schon dran gewöhnen können.
In der ersten Woche kommen meine beiden Jungs mit und helfen ihrem alten Vatter beim Segel aufriggen und das Schiff segelfertig zu machen. Ich hoffe, wir schaffen das in einem Tag, denn dann können wir noch ein paar Tage Urlaub machen. Darauf freue ich mich. Sehe ich doch meine Jungs hier nicht all zu oft.
Motorwartung ist beauftragt. D. h. die Griechen machen einen Ölwechsel, tauschen den Impeller für die Wasserpumpe und die Öl- und Spritfilter. Somit ist die BEFANA wieder in einem technisch guten Zustand. Und hoffentlich haben die Akkus die lange Ladeabstinenz gut verkraftet. Nicht auszudenken, wenn die das nicht überlebt haben. Sollte aber gut gegangen sein. Wir werden sehen.
Dann Betten frisch machen und das Boot putzen und noch eine Opferanode am Antrieb erneuern. Dann kann’s los gehen.
Blaues Wasser, herrliche Buchten, gutes Essen, guter Wein und nen Ouzo als Abschluss. Ich kann das Meer schon riechen.

Redakteur

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14.06.2020, 12:57

nach 2 Wochen Reha-Klinik...

Nach 2 Wochen in der Reha geht´s meinem Knie richtig gut. Keine Schmerzen, laufen funktioniert gut und ich bin froh, ab nächste Woche wieder arbeiten zu können. Wenn ich auch noch mit Gehhilfen arbeiten muss, aber bis nächste Woche wird das schon werden und ich kann die Dinger wegstellen.
Lustige Truppe hier in der Hirschpark Klinik, aber die Wochenenden sind extrem langweilig. Kein Besuch ist erlaubt und rausgehen aus dem Klinikgelände auch nicht. Also bleibt nur der tägliche Gang zur Raucherecke und da wird einem echt was geboten.
Ich dachte ja schon, ich kenn alle blöden Sprüche dieser Welt, aber was hier abgeht ist nicht zu glauben. Ich hab manchmal Muskelkater vom Lachen und das ist gut so, da vergeht die Zeit etwas schneller. Na die eine Woche werde ich noch aushalten. Dann geht´s wieder nach Hause.
Dann muss ich mich endlich mal um die Flüge nach Preveza kümmern. BEFANA wackelt offensichtlich schon mit dem Mast und kann es kaum erwarten ins Wasser zu kommen. Der Lady geht´s wie mir. Und ich freu mir ein Loch in Bauch, Anfang September wieder auf meinem Schiff zu sein. Meine griechischen Freunde wieder zu treffen und die Segel der BEFANA in dem Himmel zu ziehen.
Die ersten und gleichzeitig letzten Törns der 2020er Saison sind gut gebucht, wenn zwar noch nicht ausgebucht, aber immerhin. Und wenn alle Stricke reißen, segle ich mit meinem Schätzchen eben ein paar Tage einhand durch das Ionische Meer.



Redakteur

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05.05.2020, 12:15

Es geht wieder langsam los

Es gibt Neuigkeiten bei den Seglern. In Italien und in Griechenland werden die Ausgangsbeschränkungen so langsam gelockert. Noch nicht ganz, aber Schritt für Schritt wird den Yachthäfen und den Menschen rund um die Segelei wieder Leben eingehaucht. Na das wird aber jetzt auch Zeit. Bis sich jedoch alles wieder „normal“ anfühlt, kann noch etwas dauern.
Mit tun die Menschen leid, die in der Charterbranche ihr Geld verdienen und dass eben derzeit der ganze Laden am Boden liegt. Das hat zur Folge, dass die Leute, die Ihre Yacht mit einem Charter-Finanzierungsmodell gekauft haben, richtig ins Klo gegriffen haben. Denn wenn keiner chartert, fließt auch kein Geld, aber die Kosten laufen weiter. Und die sind in der Regel schon ziemlich hoch. Ein Jahresliegeplatz auf Elba kostet mit allem Drum und Dran ca. 10.000 Euro für eine 14-Meter-Yacht. Dazu kommen die Wartungs- und Betreuungskosten und gegebenenfalls noch die Finanzierung. Die Leute, die das aus der Portokasse zahlen, sind in der Minderheit. Da haben wir es mit unserem Liegeplatz in Griechenland ja noch einigermaßen gut getroffen. Der wird uns sicher nicht das Genick brechen und die Griechen haben ein Auge auf das Schiff. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass es BEFANA gut geht.

Dass ich kurzfristig wieder einen Flug nach Preveza bekomme steht in den Sternen. Aber ab August wird das wohl wieder gehen, so wie ich das in der Mail von der Marina verstanden habe. Das wäre gut, denn ich hab am Schiff noch ein bisschen was zu arbeiten. Antifouling streichen, das Großsegel muss zum Segelmacher und dann müssen die Tücher wieder in dem Mast hoch. Wie es im Boot aussieht weiß ich im Moment nicht. Kommt ja keiner rein.

Ölwechsel und Impellerwechsel steht noch auf dem Plan. Das lass ich aber machen. Dann muss die BEFANA wieder kompletto geputzt werden und dann geht´s hoffentlich bald wieder ins Wasser. Ich hab schon Entzugserscheinungen.

Hier in Iwwero ist alles im Lot. Der Flur-Treppen-Küchenumbau ist im Gange und es gibt Fortschritte. Diese Woche ist der Fliesenleger fertig geworden. Jetzt kann es ans Tapezieren und streichen gehen. Das wird ein spannender Herbst.

März, April, Mai 2020… bitte aus dem Kalender streichen. Das braucht kein Mensch.


Redakteur

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23.03.2020, 10:12

Die Welt steht still

So, jetzt sind erst mal alle Törns bis einschließlich Juni auf Eis gelegt. Nichts geht mehr und das fast auf der ganzen Welt.

Jedenfalls nicht beim Segeln. Keine Häfen dürfen angelaufen werden, nur wenige Häfen dürfen verlassen werden und wenn doch irgendwo eine Yacht einläuft, muss die Crew 14 Tage in Quarantäne.
Worst Case für die gesamte Branche. Nicht nur für die Vercharterer, auch für uns, die wir Törns organisieren, Kurse abhalten und so weiter. Von der Gastronomie vor Ort ganz zu schweigen. Ich verfolge die Blogs der griechischen Touristenvereinigungen und die der Touristenbranche in Italien. Ein Horrorszenario, wie es noch nie da war.
Da viele Leute jetzt eher zurückhaltend sind, was die Törnbuchungen und die Kurse angeht, merke ich das in meinem kleinen Unternehmen schließlich auch. Ich hoffe sehr, dass sich das in nicht allzu ferner Zukunft wieder etwas neutralisiert und wir wieder unbeschwert segeln gehen können.
In diesem Sinne: Bleibt alle schön gesund, wascht ordentlich und regelmäßig Eure Hände und bleibt erst mal zu Hause. Wir machen es genauso.

Redakteur

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16.03.2020, 13:45

Es ist Frühling

So, der Sturm Sabine ist ja bekanntlich nun nicht so schlimm gewesen und heute scheint sogar die Sonne und es ist mild draußen. Aber da kommt schon die nächste Hiobsbotschaft in Form eines kleinen Virus´, namens Corona und zack – das öffentliche Leben ist zu Ende. Italien riegelt sich ab und mein Elba Törn steht auf der Kippe. Das Wetterseminar kann ich wohl auch abblasen bei den Groß-Zimmernern und die Iwweroer Bühne sowieso.
Was ist denn hier nur los? Ich mach mir echt Sorgen um die Weltwirtschaft. Wenn sich nicht bald etwas verändert, wird es die Tourismusbranche und alles was damit zusammenhängt am härtesten treffen. Naja, wollen mal abwarten, was noch so passiert in den nächsten Tagen und Wochen.
Mir war immer bewusst, dass es auf dem Meer draußen keinerlei Viren gibt, also was liegt da näher, als auf dem Schiff zu wohnen? Aber erst mal hinkommen… Auch in den sozialen Netzwerken der Karibik, Kroatiens und Griechenlands sind Blogeinträge über das Virus zu lesen. Man kann nur hoffen, dass sich das im Laufe des Frühjahrs neutralisieren wird und den Herbst-Törns steht dann hoffentlich nichts im Wege.
In der Zwischenzeit kann’s hier zu Hause weitergehen. Umbau, Garten, Knie-OP, usw. Es gibt einiges zu erledigen und das ist gut so. Ich habe gar keine Zeit, mich mit dem Bazillus zu beschäftigen, der die Welt in Atem hält.
Tja, sonst gibt’s erst mal nichts Neues. BEFANA steht in Griechenland und wartet auf mich und meine Gäste. Na, da bin ich mal gespannt, wie das mit der Fliegerei funktioniert. Aber bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit.

Redakteur

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07.02.2020, 11:30

Immer noch zu Hause

Gestern war Stammtisch bei de Doris hier in Iwwero. Ich hatte eingeladen, um ein bisschen über das Segeln zu plaudern. Und siehe da – 14 Leute sind gekommen. Was mich am meisten gefreut hat, dass Thomas und Christine da waren – und die Georgenhäuser Truppe mit Manfred, Georg und Jürgen.
Ich glaube, so einen Stammtisch müssen wir öfter machen. Das hat richtig Spaß gemacht und Thomas meint das auch.
Es ist zwar nicht langweilig im Moment hier zu Hause, denn unser Haus-Projekt mit dem Küchenumbau und den Wänden und Decken, hält mich vom Nachdenken über andere Dinge ab. Zwischendurch kribbelt es aber doch und irgendwie fehlt mir die Salzluft. Mann, ich muss wieder raus. Segeln!
Mein Freund Thomas hat letztes Jahr eine One-Man-Show auf der Ostsee hingelegt. Einhand mit einer Bavaria 36. Ich bin dann mal ganz schön neidisch auf den Jungen. Das hat er super gemacht, soweit ich das seinem Reisebericht entnehmen konnte. Jetzt hat er mich doch echt zum Nachdenken gebracht, ob ich die BEFANA nicht mal in die Ostsee verlegen soll. Aber ich denke an den Weg zurück. Vor 2 Jahren musste die BEFANA unbedingt ins Mittelmeer und jetzt solche Gedanken. Tststs…
Aber die Ostsee ist schon ein schönes Revier. Ich war da 3 Mal bei der Hessenregatta unterwegs und das hat mir super gefallen. Polen, Russland, Litauen, Estland und nicht zuletzt Finnland würden mich schon reizen. Da oben war ich noch nie. Kalt? Die Befana hat doch ne Webasto-Heizung mit 5 KW.
Mann, wie sich eine Einstellung ändern kann. Hätte nie gedacht, dass das mal soweit kommt. Ich werde alt. Aber jetzt mal Spaß beiseite. Im Moment ist die BEFANA in Griechenland und da bleibt sie erst mal. Nur wie lange? Il Capitano wird dieses Jahr einen runden Geburtstag feiern und sicher nicht den 50. Da wird es dann schon knapp mit der Zeit. Außerdem muss ich dieses Jahr endlich mal meine beiden Kniegelenke restaurieren lassen. Teufelskreis. Ohne Sport –mehr Gewicht. Viel Gewicht – Knieschmerzen. Knieschmerzen – kein Sport. Und wieder von vorne. Kacker, verdammte, alte!!
Auf gutes Essen und Trinken verzichten? Niemals. Das Leben ist zu kurz, um schlecht zu Essen und zu trinken.
Leider sind die von mir angebotenen Mitsegeltörns in diesem Jahr nicht so gefragt, wie es scheint. Bis jetzt haben nur wenige Leute Interesse bekundet, in Griechenland segeln zu gehen. Seychellen ist den meisten wohl zu teuer. Aber ich kann es nicht ändern. Die Schiffe kosten teilweise 16.000 Euro für 4 Wochen. Wenn da nicht mindestens 4 oder 5 Leute mitsegeln, wird das nix. Naja – das Jahr ist noch jung und es kann sich noch viel ergeben. Wir werden sehen.
Elba würde ic schon auch gerne machen dieses Jahr. Wenigstens 2 Wochen. Allein schon, um meine Freunde dort zu sehen. Irgendwie ist Elba wie eine große Familie und ich bin schließlich seit weit über 10 Jahren jedes Jahr mehrere Wochen dort gewesen. Ich kenne dort jeden Stein und jede Welle mit Namen. Seekarten? Brauche ich dort nicht mehr.
Also wenn jemand Lust hat, dieses Jahr nochmal ne Woche auf Elba segeln zu gehen, jederzeit gerne.

Am kommenden Wochenende soll es ja hier richtig stürmisch werden. In unserer Region sind Windböen bis 64 Knoten angekündigt. Ich werd das mal verfolgen und wir müssen, wie sich das für gute Seemannschaft gehört, alles gut festbinden und sichern für den Sonntag. Auch auf dem Festland machen wir das. Jos, dem Hafenmeister und Betreiber der Werft in Warns, wünsche ich schon mal viele gute Nerven für den Sonntag und Montag. Hoffentlich hat er alle Schiffe an Land gut verankert. Nicht dass das dort großen Schaden gibt. Denn dort wird die Windgeschwindigkeit in Böen über 70 Knoten sein.
Jetzt warten wir schon seit Wochen auf ein Angebot vom Dachdecker, weil wir einen Marder zur Untermiete haben. Der Kerl hat seine Familie nachgeholt und räumt gefühlt jeden Morgen zwischen 04.00 und 05.00 Uhr seine Dachwohnung um. Einerseits lustig, das mit anzuhören. Andererseits zerstört das Mistvieh natürlich unsere Dachdämmung und legt Fressvorrat in Form von halbverwesten Vögeln und Mäusen in unserem Dach an. Nicht so appetitlich. Aber Christian, unser Dachdecker, hat im Moment ziemlich viel zu tun und wenn die Wetterprognosen auch tatsächlich zutreffen, wird er ab Montag noch viiieel mehr zu tun haben. Okay! Dann warten wir halt noch etwas mit der Marder-Räumungsklage.


Redakteur

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19.10.2019, 13:12

WInterpause

Endlich schreibt er wieder mal... ehrlich gesagt, ich muss mich vielmals entschuldigen, dass ich so wenig von mir hören habe lasse, in den letzten Wochen. Da haben bestimmt schon einige vermutet, ich sei abgesoffen oder so was. Nee, ich bin noch da und BEFANA ist auch noch da. Ihr geht´s gut und mir auch.
Zu meiner Entlastung muss ich sagen, dass seit der Zeit in Süditalien und bis nach Korfu, Anfang Oktober, die Hitze fast unerträglich war. Entweder werd ich doch alt jetzt, oder es war wirklich zu heiß. An Schreiben im Inneren der BEFANA war nicht zu denken. Der Schweiß rinnt einem in Strömen aus dem Kopf. Und außen im Cockpit? zu hell. Das sieht man nix im Rechner. Also hab ich das gute Stück einfach zu Hause gelassen und bin immer nur mit leichtem Handgepäck unterwegs gewesen. Das hat auch was. Schnellere Abfertigung am Flughafen und keine Warteschlangen.
So - genug entschuldigt.
Seit Ende Juli ist schon ziemlich viel passiert und wenn ich mein Logbuch nicht hätte, würde ich glatt manches vergessen.
Von den Liparischen Inseln aus sind wir wieder zurück nach Vibo Valentia gesegelt. Dort eine neue Crew bekommen. Thomas, Enno und Caro, seine Frau. 14 Tage haben wir Zeit um durch die Straße von Messina und ganz im Süden von Italien bis nach Griechenland zu segeln.
In den ersten Tagen haben wir noch ordentlich Wind und so läuft die BEFANA zur Bestform auf. Leider konnte ich mit dem Handy nur 9,4 Knoten Geschwindigkeit dokumentieren, aber die Hexe läuft weit über 10, wenn der Windeinfallswinkel und die Windstärke stimmen.
Am 03.08. kommen wir in Reggio di Calabria an. Ein Hafen, wie man ihn wirklich nicht braucht. Keine Infrastruktur. Keine Toiletten und keine Duschen. Der Hauptort mindestens 2 km weit weg. Das nächste Restaurant ebenso. Wir fragen mal bei der Capitanerie nach. Prompt empfehlen sie uns einen Taxifahrer anzurufen. Sein Name: Saverio. Aber der war doch vorhin schon am Steg?! Hat uns auf Italienisch zugetextet – wir haben nix verstanden. Den kennt hier aber offensichtlich jeder. Und Saverio ist echt der Knaller. Wir rufen an und vereinbaren einen Termin für 18 Uhr beim Hafenmeister. Wir sind pünktlich, Saverio erst mal nicht.
Also machen wir uns um 18.20 gaaanz gemütlich auf den Weg Richtung Norden. Kaum aus dem Hafengelände raus, kommt Saverio mit seinem uralten Daimler angefahren und freut sich, dass er uns antrifft. Wir verklickern ihm, dass wir zu einem Restaurant wollen, weil wir Hunger haben. Alle steigen ein und los geht´s. Die Karre bekäme hier in Deutschland keine TÜV-Plakette mehr. Innen funktioniert fast nichts aber der Benz läuft. Und er läuft gut, das beweist uns Saverio, der mit seinen mindestens 75 Jahren abgeht wie ein Irrer. Wir fahren die Landstraße Richtung Ort und er meint eine Empfehlung für ein gutes und günstiges Essen zu haben. Caro ist nicht so begeistert und auch ich bin eher nachdenklich und gespannt, was da jetzt kommt. Am Restaurant vorbeigesaust, links um die Ecke in ein Industriegebiet, um zig Kurven herum, stehen wir schließlich vor einer Wellblechhalle. Saverio steigt aus und animiert uns ebenfalls auszusteigen. Was gibt das jetzt? Entführung? Mafia? Raubüberfall? Keine Ahnung.
Saverio schiebt das große Rolltor auf und wir stehen vor einer „Werkstatt?“ An der Decke hängen alte Boote, ein Fiat Motor, Jede Menge Schrott, und am Boden stehen alte zerlegte Autos. Man hat kaum genügend Platz sich dadurch zu schlängeln. Doch am Ende der Halle ist ein – sagen wir Büro - unaufgeräumt, chaotisch, Werkzeuge und 4 oder 5 Kühlschränke. Saverio fängt an zu erzählen. Auf Italienisch erklärt er uns, dass er selbst Wein macht, Ziegenkäse, Obsthandel betreibt und vieles mehr. Früher war er Skipper, Hafenmeister, Matrose und KFZ Mechaniker…
Er öffnet eine Tür am Ende des Büros und wir schauen auf seinen Privatstrand. Feinster Sand, ein selbst gezimmerter Sonnenschutz, Einfache Stühle und Tische und einen traumhaften Blick hinüber nach Messina, der Sonnenuntergang besorgt den Rest. Ehe wir uns versehen hat jeder von uns ein Weinglas in der Hand und wir müssen probieren. Was ist das denn hier für eine Kaffeefahrt? Dann holt er noch Käse und schneidet jedem ein Probestückchen ab. Als wir ihm klar machen wollen, dass wir eigentlich essen gehen wollten und nicht einkaufen, ist er ein wenig enttäuscht und schimpft über die Touristen. Da wir jedoch 6 Flaschen Wein kaufen, beruhigt er sich wieder und bringt uns schließlich zu einem Restaurant. Der Abend wird noch ganz gemütlich und letztendlich bezahlen wir bei Saverio für die gesamte Fahrt einen 10er. Na dann war das ja doch nicht so ne Abzockerei.
Caro ist ein bisschen enttäuscht, weil sie sich die ganze Segelei wohl anders vorgestellt hat. Die Hafengebühren zu hoch, das Essen zu schlecht, die Crew nicht nach ihrem Geschmack,… ich weiß es nicht. Na ja, vielleicht spielen ihre Hormone verrückt, schließlich ist sie im 7. Monat schwanger. Sie entschließt sich übermorgen nach Hause zu fliegen. Kann ich jetzt auch nix ändern.
Der restliche Törn geht recht gemütlich ab. Zwar haben wir die ersten beiden Tage noch ordentlich Wind, sodass wir zügig segeln können, aber dann ist er weg, der Wind. Und Jöns muss uns schieben. Letzter Hafen in Italien war Santa Maria di Leuca. Von da aus geht´s mit einem 50 Meilen Schlag genau Richtung Osten auf die erste griechische Insel. Othonoi.
Der kleine Hafen Ammos ist bis auf den letzten Platz belegt und so ankern wir vor der Hafenmole. Erst hab ich ein wenig Bedenken, weil da überall Unterwasserfelsen liegen und wegen dem etwaigen Schwell. Aber alles geht gut. Der Anker hält und wir bekommen ihn am nächsten Morgen auch wieder problemlos raus, und die Nacht war relativ ruhig. Nächster Tag – auf nach Korfu. Da war ich schon häufig und ich habe vor meinen Jungs die Bucht Agni zu zeigen. Wenn wir da einen vernünftigen Ankerplatz bekämen…
Und prompt ist der Steg bei Nikolas frei. Anlegen für VIPs. Ein junger Mann hilft Leinen annehmen und gibt uns schließlich noch eine Muringleine. Sowas haben die hier? Na ja, auf die alleine will ich mich nicht verlassen. Mein Anker bleibt draußen. Zu dem Kerlchen hab ich vollstes Vertrauen.
Nikola freut sich über den Besuch und wir speisen köstliche griechische Hausmannskost. So muss das und nicht anders. Ouzo gibt´s aufs Haus.
Nachdem ich mit meiner Crew noch in Longos und Lakka war, ging es am Dienstag Richtung Gouvia. Da soll die BEFANA für 10 Tage bleiben. Der Hafen ist sehr sicher und bewacht. Ein bisschen Schiss hab ich aber dennoch wegen der Tepka Kontrollen. Das ist die griechische Steuer für Sportboote. Ich hab auf deren Homepage versucht die beiden Monate August und September zu bezahlen, aber Fehlanzeige. Die Registrierung hat nicht geklappt. Strafe bis zu 1000 Euro, wenn man erwischt wird. Naja, morgen sind wir im Hafen und da wird wohl nicht kontrolliert.
Funkspruch gegen 12 Uhr an die Marina Gouvia ob sie einen Platz für uns haben. Fehlanzeige. Alles voll. Wir sollen bis 14 Uhr ankern gehen und dann nochmal fragen. 14 Uhr nächster Funkspruch, wieder nix. Das wird mir zu blöd.
Ich rufe Andreas Doukakis von der Mandraki-Marina an und bekomme tatsächlich einen Platz für 10 Tage. Also die 5 Meilen zurück Richtung Korfu Stadt. Der Hafen Mandraki gehört einem Segelclub und bietet nicht allzu viele Liegeplätze. Es gibt Duschen, Toiletten und ein Restaurant. Na das reicht ja erst mal. Andreas ist dort der Hafenmeister, ein sehr mürrischer Typ. Nicht sehr gesprächig am Telefon. Wenn man aber mal im Hafen liegt und ihm dort begegnet, fragt er immer, ob alles okay wäre. Der Liegeplatz, der uns allerdings zugeteilt wird, ist eine kleine Katastrophe. Man muss mit dem Bug voraus anlegen, weil dort Felsen vor der Hafenmole liegen. 1,50 Meter Tiefe sind dort. Andreas bringt uns ein ca. 3 Meter langes Brett, dass wir von der BEFANA runter können. Die Hafenmole ist ziemlich schmal. Etwa 1 Meter breit und gegenüber dem Meer nur ca. 40 cm hoch. Das heißt bei 50 cm Welle kriegt man nasse Füße. Toll. Es ist ein ziemlicher Balanceakt vom Boot runter zu kommen und über die nicht sehr gerade betonierte Mole zu laufen. Man hat ständig Angst, dass man sich den Fuß verknackst. Als ich am Donnerstag nach Hause fliege muss ich die BEFANA noch alleine umlegen auf einen anderen Platz. Dieser Platz wiederum ist eine große Katastrophe. Abstand Bug zur Mole ca. 5 Meter, Abstand zu den Nachbarbooten mindestens 1 Meter. Wie soll ich da denn runterkommen. Andreas meint entweder über den Katamaran links von mir oder mit dem alten Hafendinghi, das an der Mole liegt. Kat geht nicht, weil keiner zu Hause und wie bitteschön soll ich an das Dinghi kommen, das 5 Meter von mir weg liegt? Warten und warten…. Auf einmal kommt der Nachbar vom Kat nach Hause und ich bitte ihn, mir die Leine vom Dinghi rüber zu geben. Macht er freundlicherweise und nun ziehe ich das Teil zu mir ans Heck. Kaum Luft drin und meine Pumpe passt nicht auf die Ventile. Andreas, ich könnt die in den Arsch treten. Aber irgendwie schaffe ich es mit 2 riesen Tüten Schmutzwäsche auf das Dinghi und komme auch ohne abzusaufen an Land.
Das geht nächste Woche so nicht, wenn Uwe und seine Freunde kommen. Da muss ich mit Andreas nochmal reden.
Die letzten Törns sind dran. 1 Woche Uwe und seine beiden Freunde aus Köln, dann 1 Woche Basti und Paul und dann kommt meine Süße und wir können endlich mal Urlaub machen. Was ich in den letzten Wochen rund um Korfu alles gelernt habe…. Tststs… Einmal wollte ich in den kleinen Hafen Petriti reinfahren. Hinter der Hafenmole sind etwa 20 Liegeplätze. Die ersten 7 oder 8 davon für Segelyachten, davon 5 für Reservierungen, die restlichen nicht tief genug. Ich langsam rein und seh den Hafenmeister auf seinem Roller ankommen. Der fuchtelt mit den Händen und macht mir klar, dass wenn ich nicht reserviert habe, kein Platz ist. Im Hafenhandbuch steht: Funk wird nicht benutzt, Telefon auch nicht… also wie bitteschön kann man reservieren? Da drückt mir der Cowboy ein paar Bierdeckel in die Hand, wo die Werbung einer App draufsteht. SAMMY. Weiter meint er, dass wenn ich ihm jetzt sagen würde, dass ich reserviert habe, er mir einen von den 5 freien Plätzen gibt. Der kostet dann aber 10 Euro mehr, als die anderen. Ich lasse mich auf das Spielchen ein und es funktioniert. 10 Minuten später liegen wir vor Buganker und mit Heckleinen fest an der Hafenmauer. Strom und Wasser gibt´s auch.
Wenn ich das meinen Seglerkollegen erzähle, das glaub dir keiner. Kurz vor 17 Uhr kommt der Cowboy zurück und fragt ob alles in Ordnung sei. Läuft von Yacht zu Yacht und hält Smalltalk auf seine Weise. Dann kommt er wieder zu mir und sagt doch tatsächlich auf Englisch: „You are in my harbour, you have electricity and water, so why you don´t give me a beer?“ Soll er haben. Schönen Feierabend. In den nächsten Wochen komme ich immer mal wieder zu ihm. Wir sind seit dem Freunde. Und dass in Griechenland nicht immer alles so funktioniert, wie man das von zu Hause kennt, ist klar. Aber diese SAMMY-App funktioniert 100 Prozent. Du legst einmal dein Schiff an, technische Daten und Namen und so. Dann suchst du dir eine Marina aus, gibst das Datum für Ankunft und Abreise ein und bekommst innerhalb von 3 Stunden eine Mail, ob frei ist oder nicht. Sensationell. Ich bin begeistert.
Die folgenden dreieinhalb Wochen mit Barbara waren ganz entspannt. Kurze Distanzen sind wir gesegelt, schöne Häfen und Buchten haben wir besucht. Und bis auf einen Tag hat sie das alles ohne Seekrankheit überstanden. Der Törn von Ormos Fanari nach Lefkas war dann doch etwas heftig. Aber das war auch der einzige Tag, mit Wellen.
Neues haben wir entdeckt, wie zum Beispiel Meganisi und Kastos. Da muss ich nächstes Jahr nochmal hin. Tolles Segelrevier, durchaus vergleichbar mit der Karibik. Türkisfarbene Buchten, rundum Inseln mit Bergen, sodass keine Fetch auch nur einen Ansatz von hohen Wellen erzeugt. Sehr angenehmes Revier, auch für Anfänger.
Letztendlich haben wir uns entschieden, die BEFANA in der Cleopatra-Marina aufs Trockene zu stellen. Diese Marina ist nur zu empfehlen. Erstklassig organisiert, sauber Sanitäranlagen und sehr freundliches Personal. Es gibt dort einen kleinen Minimarkt, ein Restaurant, Schiffszubehörhändler, Service für Yachten und einen Waschsalon. Alles da für Fahrtensegler. Und täglich fährt das Wassertaxishuttle 2 Mal nach Preveza, kostenlos. Entfernung zum Flughafen, keine 3 km.



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