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21.05.2018, 17:37

Rückreise Jersey-Frankfurt

Heimflug gestern – eine mittlere Katastrophe. British Airlines lässt uns um 07.30 Uhr einchecken. Alles gut soweit. Auf der Anzeige steht: Fluginformationen für den Flug nach London (Zwischenstation)
Erfolgt gegen 09.30 Uhr. Was, Denk ich? Der Flieger soll doch um 09.10 starten.
Wir warten.

Gegen 09.30 springt die Anzeige um: „canceled“. Na super!
Wir fragen am Schalter nach… keine Antwort. Nur: „wir kümmern uns drum und sagen Ihnen Bescheid…“

Wir warten. Schauen selbst nach Ersatzflügen. Warten, warten, warten…
Wir fragen mehrmals nach. Nix passiert und langsam werden wir nervös.
Mittlerweile ist es schon 12.30 Uhr. Die wollen uns auf morgen verschieben.
Ratlosigkeit. Wir versuchen immer noch Ersatzflüge zu finden. Lufthansa von London nach Frankfurt ja, aber Jersey – London nix zu kriegen.

Jetzt reicht’s… es ist mittlerweile 13.15 und ich geh nochmal zum Schalter. Vielleicht sieht man an meiner Gesichtsfarbe, dass ich sauer bin. Ich mach den Typen jetzt rund. Sage ihm, dass das teuer für BA wird, weil wir alle am Montag zur Arbeit müssen. Jetzt kümmert er sich… und findet prompt einen Ersatzflug. Zwar über Dublin – aber er bucht. Und ne halbe Stunde später sitzen wir im Flieger. Da ham se aber Glück jehabt. Dennoch werden wir versuchen BA noch ein bisschen zu ärgern.

Zu guter Letzt haben die mir bei er Sicherheitskontrolle noch Barbaras Adernendhülsenzange abgenommen. Die spinnen ja. Hätte ich notfalls lediglich dem Flugkapitän einen Zahn mit ziehen können. So ein Ärger…

Donnerstag will ich Zug fahren… und? Die Franzosen streiken am Donnerstag.
Na jetzt hab ich ja Übung mit verzögerten Reisezeiten.

Redakteur

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19.05.2018, 18:59

Jersey erreicht

Eine Woche nix von mir gehört? Richtig. Denn es war viel los und ich hatte wenig Zeit die letzte Woche. Crewwechsel am Samstag, Wäsche waschen und so weiter. Dann entweder kein Internet oder keine Zeit…

Aber der Reihe nach:
Montag sind wir aus Southampton ausgelaufen. 24 Stunden möglich trotz der Tide von 6 Metern. Schöner Segeltag bei schönem Wetter, aber es ist kalt unterwegs. Meine beiden neuen Mitsegler und Stephan haben gute Laune, wie es scheint. Erster Wegpunkt abends: Yarmouth. Schöner Hafen mit guter Infrastruktur. Nette Engländer, die einem bei allem möglichen hilfsbereit zur Seite stehen. Die Gezeiten werden immer höher, je weiter wir nach Westen kommen.
2. Wegpunkt nächster Tag: Weymouth. Wir segeln jetzt schon auf dem 2. Längengrad West. Dieser Hafen ist nich so schön. Langer, langer Steg bis zum Restaurant, wir liegen ganz an der Einfahrt zum Hafenbecken und jeder Fischer, der vorbei fährt hinterlässt einen ordentlichen Schwell. Aber der Schwell sollte noch nicht das Maß der Dinge sein. Es kommt dicker…
Nächster Tag, drittes Ziel: Alderney. Die Überfahrt bei weit über 20 kn Wind, kalt, es regnet zeitweise und meinen beiden Neulingen scheint es nicht gut zu gehen. Sie frieren, können aber auch nicht runter, was holen. Ich biete es an, aber sie lehnen ab. Is schon klar – ne? Seekrankheit macht sich breit. Nicht so schlimm wie bei meiner Süßen, aber sie ist da. Na da kann ich auch nicht mehr helfen. Alderney hat keinen richtigen Hafen. Nur ein Bojenfeld hinter einer 10 Meter hohen Mauer. Nach Nordosten ist der Hafen offen. Und wo kommt der Wind her? Klaro. Ich kaufe morgens noch die drei Inselflaggen. Etikette muss schließlich gewahrt werden.
Die Nacht ist grausam. Wind um die 20 Knoten aus Nordost, Schwell wie Sau im Hafenbecken und die Schiffe tanzen an den Bojen Lambada. Morgens um hal 5 muss ich doch mal nach den Leinen sehen, es ruckt immer mal wieder ganz ordentlich unter meiner Koje. Draußen bei mir alles okay.
Ein Nachbar, ein Engländer turnt auf seiner kleinen 28er auf dem Vorschiff rum und will Leinen verkürzen. Da geht der fasst in die Fluten, weil er das Gleichgewicht bei dem Getanze nicht halten kann. Mann, das war knapp.
Wir warten auf besseres Wetter und auf schwächeren Wind, denn draußen vorm Hafen türmen sich unheimliche Freakwaves auf. Da muss ich jetzt auch nicht durch. Es wird gegen 12 Uhr besser.
Starten wir zum 4. Zielpunkt: Guernsey.
Dieser herrliche Segeltag macht die letzte Nacht wieder vergessen. Abends gehen wir gut essen und alle sind irgendwie erleichtert, dass es vorbei ist mit der Schaukelei.
Am letzten Segeltag. Auf dem Weg nach Jersey. Raus aus Guernsey sehen wir noch Delfine und freuen uns über ihr schönes Spiel im Wasser. Große Tümmler, bestimmt über 2 Meter lang. Mindestens 5 – 6 Stück spielen mit den Bugwellen eines vorbeifahrenden Motorbootes. Schönes Schauspiel.
Super Segeltag mit halbem Wind bis vor den Hafen von Jersey. So muss das sein. Die Hafeneinfahrt ist gespickt von kleinen Felsen und wir müssen gut aufpassen, wo wir lang fahren. Aber es geht ganz gut. Warten am Visitor-Steg auf das Hochwasser. Wir liegen im 6er Päckchen und schauen alle gebannt auf die Anzeige und die Ampel. Tidenhub hier: über 11 Meter. Bei einem Wasserstand von 7 Meter über Kartennull können wir rein. Stufe ist 4,20 Meter hoch. Jersey ist das Paradies. Billige Zigaretten, noch billigerer Rum und der Diesel kostet unter 50 Cent. Schaden, dass der Tank nicht ganz leer ist.

Morgen früh geht’s erst mal wieder für 4 Tage nach Hause. Am Donnerstag bin ich wieder hier. Dann kommen ein paar Freunde vorbei und am Samstag drauf wieder Sven und Simone. Wir sind voll im Zeitplan. Ich bin begeistert.


12.05.2018, 22:38

3. Etappenziel Southampton

Der Weg von Portsmouth nach Southampton sieht auf der Seekarte gar nicht so weit aus. Dennoch haben wir am Abend 30 Meilen auf der Logge. Guck mal an… Es geht durch betonnte Fahrwasser, um Untiefen herum und wir müssen den großen mal wieder die Vorfahrt gewähren. Aber wir können segeln. 5 Stunden ohne Motor und wir kommen unter Segeln fast bis vor die Tankstelle.
Das ist doch was, oder? Elli freut sich. Bei 18 – 22 kn achterlichem Wind rauschen wir mit 6 – 7 Knoten über den Teich.

In Southampton angekommen. 3. Etappenziel ohne nennenswerte Schäden erreicht. Das Bugstrahlruder hab ich auch wieder hin bekommen. Aber ein neuer Joystick-Schalter muss her. Die rufen ja tatsächlich über 200 Euro für so ein Teil auf. Die spinnen doch. Da is nix dran…

Hier in der Marina ist der Service wieder mal gigantisch. Nachdem Elli heute sehr früh abgereist ist, hab ich heute Waschtag. Bettwäsche und meine Klamotten. 2 Maschinen und 2 x Trockner. Ich frag den Hafencapitano wo denn die Waschgelegenheit ist. Sagt er doch zu mir: „Wenn ich meine Zigarette geraucht habe, bring ich Dich hin“. Ich gespannt, wo hin nu? Und wie?

Da fährt der mich doch tatsächlich mit einem Dieselkahn quer durch die Marina bis vor den Waschsalon. Das wäre zu Fuß bestimmt 1,5 km gewesen. Mit dem Boot 3 Minuten. Ich will ihm dafür ein Trinkgeld geben, aber er sagt, das gehört hier zum Service. Ich fass es nicht. Und das beste… ich soll ihn anrufen, wenn ich fertig bin und dann holt er mich wieder ab. Der bringt mich tatsächlich mit meinen 3 Klamottentaschen und meinen Einkäufen bis an die BEFANA. Das gibt´s doch nicht. Meine Seele hüpft im Dreieck und mein Knie dankt es ihm auch.
Soll mal einer was über die Engländer sagen.


10.05.2018, 16:40

Brighton nach Portsmouth

Wir liegen in Portsmouth. Southsea Marina. Hört sich gut an, nicht wahr? Na ja… sind gestern Abend ziemlich erschöpft hier angekommen. Logge zeigt 49,5 eilen. Und das in 8 Stunden nicht gerade Rekordzeit. Aber wir konnten immerhin 4 Stunden Segeln. Nur die Strömung von fast zwei Knoten war gegen uns. Also doch ein ganz guter Schnitt.

Die Southsea Marina ist wie alle Premier Marinas in einem hervorragenden sauberen Zustand. Alles pikobello… Aber die Einfahrt hier rein ist schon abenteuerlich. Geht nur HW – 2 oder +1 Stunde. Sonst laufen die hier trocken. Im Hafenbecken Wassertiefen bei NW von 2 Metern. Mein Tiefgang 2,00 Meter. Anzeige zeigt 0,0… Wir sitzen quasi auf.

Als wir in der Approach waren gestern Abend haben wohl alle anderen einheimischen Segler hier das Hochwasser genutzt, um raus zu fahren. Wenigstens mal drei Stunden segeln, dachten sie. Und so war da draußen ein Gewimmel an Jollen, großen Seglern, Trimarane und Kats…. Kreuz und quer sind die da rumgeflitzt, wie die Ameisen. Ich mit meinen 2 Metern Tiefgang konnte nicht immer so ausweichen wie ich wollte. Komische Situation. Und dann direkt vor dem engen Einfahrtkanal ein riesen Bojenfeld mit Motorbooten der Einheimischen. Im Slalom durch und dann den Kanal entlang mit einer Gesamtbreite von, sagen wir mal 7 Metern? Spannend.

Die Hafeneinfahrt selbst – 2 Mauern rechts und links, 4 Meter hoch mit einer Durchfahrt von ca. 6 Metern. Und gleich dahinter muss man einen Bogen fahren. War ich froh, als wir drin waren. Liegeplatz für Yachten bis 10 Meter. Ich hab 14 und mein Hintern guckt 4 Meter in das Fahrwasser. Aber die Insulaner hier sind alle tiefenentspannt. Jeder grüßt freundlich.

Der Hafenmeister kommt mit Schwimmweste persönlich an den Steg, bringt Infomaterial und die Chips für die Duschen und wünscht uns einen schönen Aufenthalt.
Griechen, Kroaten, Franzosen und Italiener… da könnt Ihr Euch ne Scheibe abschneiden.
Ansonsten alles gut. Heute Hafentag wegen Reparaturen und Starkwind und morgen geht´s zum Etappenziel Southampton. Bin gespannt.

Redakteur

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07.05.2018, 20:52

Launeverderber waren heute da...

So. Am Samstag sind wir wieder in Dover angekommen. Zugfahrt hat super geklappt. Pünktlich um 15.30 Uhr waren wir auf dem Bott. Alles in Butter aufem Kutter. Die BEFANA schwimmt noch und es scheint durch den Sturm letzte Woche auch nix kaputt gegangen zu sein. Gut so.
Fender sind auch alle noch da. Wie schön.

Sonntag habe Elli und ich nen Hafentag gemacht. Sonst hätten wir um 04.00 Uhr aufstehen müssen wegen der Hafenöffnungszeiten. Später wär kein Wasser mehr da gewesen. Und beim 2. Hochwasser auslaufen ging auch nicht, sonst wären wir spät nachts im Zielhafen angekommen.

Also sind wir heute früh los. Halb acht. Wir melden uns vorschriftsmäßig beim Hafenmeister ab, fahren aus dem Hafen und dann Kurs 230°. 12 Knoten wind raumschots passt auch, also Segelsetzen. 1. Launeverderber- das Groß kommt nicht raus. Falte im Achterliek und das will partout nicht aus dem Mast. Eine halbe Stunde und mehr versuche ich alle Tricks, bis ich es endlich raus hab. Vorsegel dazu… und dann: 8 Knoten Wind, dann 6, 4 ,2, nix mehr… Maschine an, alle Segel wieder rein. Und das geht bis Eastbourne so. Kein Wind, keine Welle. 46 Meilen Flaute. Na toll. Elli wollte doch segeln.

Der 2. Launeverderber: Heute Morgen will ich das Bugstrahlruder anschalten. Kein Strom auf dem Schaltpanel. Kacke, verdammte.
Abends bau ich mein Bett komplett auseinander, Laken, Matratze, Lattenrost, Deckel unter Lattenrost… Da sind die Batterien für den Bowthruster. Aber die haben beide Saft bis zum Anschlag. 3. Launeverderber: Ich hab mindestens 10 Liter Wasser unterm Bett und wei0 nicht wie das da hin kommt. Mist…

Also leg ich das mal trocken, Bau den Motor vom Bugstrahler wieder zusammen, mein komplettes Bett und dann geh ich duschen. Ich seh aus wie ne Sau von dem staubigen und öligen Motor.

Jetzt back ich erst mal Schnitzel und morgen sehen wir weiter. Hoffentlich finde ich den Fehler. Ohne Bugstrahler is doof.

Redakteur

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28.04.2018, 19:05

England - wir kommen

Die Überfahrt nach England. Mann, hab ich darüber viel gelesen. Nächte lang nicht geschlafen und immer wieder davon geträumt, dass ich nicht durch das VTG im Englischen Kanal komme, weil die großen Pötte, Containerschiffe mit bis zu 340 Meter Länge und 40 Meter Breite und bis zu 30 Knoten schnell einem nicht da durch lassen. Schließlich haben die ja Vorrang im VTG.
Man soll sich vorher über Funk anmelden, wenn man queren will und darf nur 90° zur Hauptverkehrsrichtung queren. RWK, also Kiellinie. Versatz durch Wind und Strom sollen unberücksichtigt bleiben.

Mann – das muss ich all meinen Schülern im SBF und SKS Kurs auch so beibringen…

Was ist wirklich passiert? NIX !!!
Fakt ist: Angekommen gestern am Rand des VTG. Funkruf von mir nach Chanel Traffic… Keine Antwort. Also so drüber. Ich sehe einen der großen Pötte… warte bis er durch ist… na dann los. 8 Seemeilen quer übers Verkehrstrennungsgebiet „Dover Chanel“.
Und? Keine Sau interessiert sic für uns. Nix los. Nix große Pötte, kein Anschiss über Funk, weil mein 90° Kurs nicht korrekt war.. Also auch nix Aufregung. Coole Sache.

Gezeitenhafen Dover. Die Marina in der letzten hinteren Ecke. Ich wieder Bammel vor den großen. Ich ruf die Dover Port Control 3 Meilen vor Ankunft über Funk… Ein freundlicher Herr begrüßt mich mit: „good afternoon, Sir… please call me again, if you´re 200 meters in front of the Harbor…”
Mach ich, aber die grüne Ampel ist schon an für uns, als wir uns nähern. Das gleiche im Hafenbecken und in der Einfahrt der Marina. Wir müssen zwar ne Stunde auf hohes Wasser warten, aber das funktioniert hier alles super. Und die Insulaner sind alle sehr, sehr freundlich und hilfsbereit.

Also mein Fazit ist, dass sowohl ein cross chanel als auch die Gezeitengeschichte ganz entspannt ablaufen kann. Nach gut 41 Meilen und einem weitgehend schönen Segeltag sind wir entspannt in Dover angekommen. Entspannt aber nass… denn wie solls auch anders sein. Es hat geschüttet wie aus Eimern. Very british weather…

Und heute, haben wir Sightseeing in Dover gemacht. Castle besichtigt, Zugticket für morgen früh gekauft, Boot geputzt… Morgen früh kommt der freundliche Taxidriver von heute, ein Kurde aus dem Iran, und bringt uns zum Bahnhof. Für eine Woche geht´s nach Hause nach Iwwero. Freu mich drauf. Und nächste Woche kommt Elli. Wir beide rocken die Gezeiten hier…



26.04.2018, 10:39

Nordsee der 3. Tag

Gestern war schon ruppiger. Wind war angekündigt 19 Knoten… im Tagesverlauf hat er aber auf bis zu 30 kn zugelegt. Entsprechende kurze steile Welle war natürlich die Folge. Ich hab meine Süße echt bewundert, wie sie da hinterm Ruder stand und die BEFANA da durch gezimmert hat. Immer wieder kam ordentlich Gischt über die Sprayhood und hat meine Süße geduscht.

Wasser lief in Sturzbächen über das Vordeck bis es im Strom über die hintere Süllkante wieder in die See zurück lief. War ich froh, dass meine Süße ihr Frühstück bei sich behalten hat. War nicht immer so.

Ich habe, unter der Sprayhood sitzend, die BEFANA sicher zwischen den Sandbänken von Belgien und Frankreich navigiert und den Kurs vorgegeben. Bis kurz vor dem Ziel, saß ich dort relativ trocken.

Aber eine der aufgeschossenen Vorleinen an der Reling meinte sich aufwickeln zu müssen und hing schon 5-6 Meter neben dem Schiff. Nicht auszudenken, wenn die in die Schraube kommt. Ich muss also aufs Vorschiff, das sich bis zu drei Metern in die Höhe hebt, bevor es mit Wucht wieder in die nächste Welle eintaucht. Geiler Job denk ich. Mit Rettungsweste und Lifebelt ausgerüstet, robbe ich nach vorne, um die Leine zu sichern und wie nicht anders erwartet, kriege ich natürlich die volle Dusche. Eine Eimerdusche ist harmlos dagegen. Ich bin trotz Ölzeug nass bis in die Socken. Geiler Job. Für alle die immer denken, ich würde hier Urlaub machen.

Um 17 Uhr passieren wir die Hafeneinfahrt von Dunkerque und schlagartig ist die Welle weg, aber der Wind noch immer präsent. Spaß beim Anlegen, denke ich, aber alles geht gut. 2 nette Franzosen nehmen unsere Leinen an und wir liegen sicher am Steg. Die ganze Nacht wackelt und zerrt es an den Leinen. Schwell steht im Hafen und der Wind bläst immer noch mit 30 kn.

Heute ist Hafentag angesagt. Schiff entsalzen, bisschen was reparieren und putzen. Einkaufen und Dunkerque unsicher machen. Morgen geht´s nach England.







25.04.2018, 09:47

Nieuwpoort Belgien

2 Tage Nordsee liegen hinter uns. Strömungen, Gezeiten, Wellen, Wind auf die Nase,… alles halb so wild. Kann man alles rechnen und berücksichtigen. Ich hab mir das immer schlimmer vorgestellt. Aber es kommt ja noch dicker die nächsten Wochen. Hier haben wir jeden Tag mehr Tidenhub, als den Tag davor. Gestern Hochwasser um die 3,90 Meter und morgen schon an die 5,00 Meter in Dunkerque.

Heute früh sind wir noch in Belgien, gegen Abend in Frankreich und am Freitag, wenn alles klappt, in England. Fast jeden 2. Tag die Gastlandflagge ändern.

Das Navigieren auf der Nordsee ist spannend. Wir fahren in Gebieten mit Kartentiefen von um die 4 – 6 Metern. Man muss bei diesen Sandbänken, die Belgien und Frankreich vorgelagert sind, öfter in die Karte schauen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Schnell hat man ne Sackgasse erwischt und muss wieder zurück. Das wäre doof.

Gestern Abend sind wir mit dem letzten Tropfen Diesel an die Tankstelle hier in Nieuwpoort gekommen. In Blankenberge gestern war in der Karte und im Handbuch zwar eine Tankstelle verzeichnet, wegen Bauarbeiten aber außer Betrieb. So was liebe ich.

Die Wege zu den Supermärkten sind endlos weit. Nich gut für mein Knie. Aber es geht dann irgendwie doch. Lebensmittel bunkern muss halt sein. Barbara wollte sich gestern mal Nieuwpoort City anschauen. Das war mir dann doch zu weit.

Heute geht´s kurz nach HW Niewpoort wieder raus. Der Wind soll auffrischen auf 19 Knoten aber die Strömung ist mit uns.
Wir kommen gut voran und wenn nichts außergewöhnliches passiert, sin d wir voll im Zeitplan. Super.

Redakteur

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22.04.2018, 19:59

Richtung offene See...

Heute erst mal Waschtag gehabt, nachdem Sven und Simone abgereist sind. Die Woche hat echt Spaß gemacht. Große Wäsche. Bettzeug und Handtücher von den Mitseglern, eigene Wäsche und noch paar Putzlappen. 2 Maschinen und 2 mal Trockner. Alles wieder clean. Dann haben wir heute Mittag gegen 14.30 Uhr abgelegt Richtung Zeeland Brücke. Die macht nur um xx.25 Uhr und um xx.55 Uhr für 10 Minuten auf. 16.15 Uhr waren wir vor der Brücke. Super ausgerechnet. Langsam kommt Routine rein.

Weitere Berechnung: wir können nur zwischen 18.30 und 22.30 in den Hafen der Roompot-Marina rein. Sonst reicht uns das Wasser nicht. Hafeneinfahrt um 18.31 Uhr passiert. Genial.

Ziemlich schlecht aufgeräumte Marina, die eigentlich die Bezeichnung nicht verdient. Aber wir liegen fest und sicher und heute Abend wird lecker Spargel gekocht.

Morgen rechne ich weiter… Hochwasser, Niedrigwasser, Schleusenzeit, Hafen Ankunft. Morgen solls nach Zeebrugge gehen. Bin gespannt. Das Wetter wird schlechter. Nich so gut.



20.04.2018, 10:19

Kanäle, Kanäle, Brücken, Brücken...

Kanäle und nochmal Kanäle. Brücken und immer wieder Brücken. Gestern haben wir um 0900 Uhr den Hafen verlassen. Sind durch wunderschöne Kanäle durch verträumte Ortschaften gefahren. Enge Wasserwege mit Brücken und Gegenverkehr. An einer Brücke müssen wir warten. Wir machen fest und bringen logischerweise die Fender aus. Wie sich das gehört. Ein Kiesschiff kommt uns entgegen und als der fast durch ist, springt die Ampel auf unserer Seite auf grün. Wir machen hinten schon mal die Leine los wollen gerade ab legen, da zieht uns der Sog des Frachters zur Seite. Die eine Fenderleine meint, sie müsse sich um einen Poller wickeln und schon ist Druck drauf.
Keine Chance für unseren Fender. Er gibt auf und verabschiedet sich Richtung achteraus… So was Blödes. Die sind nicht billig. Gott sei Dank können wir größeren Schaden verhindern.

Im weiteren Verlauf der Reise kommen wir an Rotterdam vorbei. Industriebiete ohne Ende, Große Schiffe ohne Ende und die Fahrwasser werden breiter. Auch kommen wir in erste Gebiete mit Gezeitenströmen. 2 kn entgegen, wie soll es anders sein.

Wir entscheiden uns zum Anlegen in den Stadthafen von Dordrecht zu gehen. In der Seekarte sind bei Niedrigwasser in der Einfahrt nur 10 cm angegeben, also informieren wir uns per Telefon beim Hafenmeister.

Der ist sehr freundlich und hilfsbereit und wir bekommen die Auskunft, dass er für uns einen Liegeplatz hat und der Hafen auch bei NW angelaufen werden kann.

Sehr schöner Hafen mitten in der Stadt und beste Infrastruktur erwarten uns. Alle freuen sich.

Morgen geht´s nach Sint Annaland. Da war ich schon oft. Yachten angucken bei De Valk. Und Fender kaufen müssen wir. ;-)

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